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Juristen lesen Sportberichte

Ein Jurablog mit Sportartikeln?

Lawpundit glaubt an den Wert solcher Beiträge für die Leserrekrutierung und erklärt am 7. September 2010 zu Beginn der amerikanischen Football-Saison die Gründe im Letter to our LawPundit Readers about the Content of our Postings.

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Craigslist kapituliert vor Zensurbestrebungen

Politiker und Staatsanwaltschaften, die in den USA oft dasselbe sind, weil Staatsanwälte politische Ämter innehaben, warfen Craigslist schon lange die Unterstützung krimineller Elemente vor. Dabei ist Craigslist nichts anderes als ein Anzeigenblatt. Deren Risiken sind bekannt. Craigslist ist allerdings eine Webseite, und da regt man sich auf.

Der Druck stieg so an, dass seit heute morgen statt eines angegriffenen Angebotes nun CENSORED zu lesen und der Zugang für Amerikaner gesperrt ist.

Mit dem ersten Verfassungszusatz zur Bundesverfassung sind die politischen Angriffe nicht vereinbar. Craigslist konnte sich auf die Hinterbeine stellen. Es hatte das Recht auf seiner Seite.

Manchmal gibt der Klügere nach.

Ein Screenshot im German American Law Journal zeigt die Sperrnotiz.

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Männer in Nachtclubs, Entlohnung benachteiligt

Männer haben es schwer. Nachtklubs benachteiligen sie. Frauen erhalten Zutritt, der Männern verwehrt wird. Manche Klubs lassen mehr Frauen als Männer ein.

Die Nachtklubs werden staatlich genehmigt und kontrolliert. Also unterliegen sie dem Gleichbehandlungsgebot der Verfassung, meint der Kläger im Verfahren Hollander v. Copacabana Nightclub. Da er nicht eigennützig erscheinen will, reicht er sein Gesuch auf Abhilfe gleich als Sammelklage ein.

Am 1. September 2010 weist der United States Court of Appeals die Klage mitfühlend, doch hart ab. Die Diskriminierung stellt kein staatliches Handeln dar, auf das die Verfassung gerichtet ist. Privatklubs dürfen ihre Kundschaft ungleich behandeln.

Hatten die hohen Richter noch nicht die Zeitung gelesen, als sie das Urteil verfassten? Dort steht doch auch, wie schlecht es den Männern geht. Sie verdienen in bestimmten Altersstufen durchschnittlich 8 Prozent weniger als Frauen.

Das gilt für die gesamten USA. In New York, wo der Prozess lief, verdienen sie noch weniger. Kein Geld, keine Disco - wo soll das noch hinführen!?

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Arbeitgeber entlässt nur Männer: Haftung

Ungebührliches Verhalten. Sexbetonte Stimmung im Büro. Spaß muss sein, darf sein, darf nicht, ist verboten?

Wie ist es, wenn alle mitmachen? Männer wie Frauen? Keiner war zimperlich. Wer wird entlassen? Die Männer.

Das Bundesberufungsgericht des neunten Bezirks der USA prüft in einer ausführlichen Urteilsbegründung im Fall Hawn v. Executive Jet Management, ob der Arbeitgeber nun den Männern wegen der Ungleichbehandlung haftet.

Für Arbeitsrechtler und die Unternehmensführung amerikanischer Tochtergesellschaften lesenswert.

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Die Anerkennung des amerikanischen Abschlusses

Kaum schreibt man im Internet, wie betrügerisch manche unechten Bildungsstätten vorgehen, treffen die Spammails der Betrüger ein. In diesem Beispiel ist offensichtlich alles verdächtig:

  • DETAILS
  • Within a 4 to 6 week period you can obtain a fully verifiable diploma.
  • Diplomas are globally qualified and accepted.
  • Courses will not be required.
  •  
  • QUALIFICATIONS:
  • -Work experience in Diploma of choice
  • -At least 18 years or older
  •  
  • AVAILABLE DEGREE LEVELS:
  • -Bachelors
  • -Masters
  • -Doctorate

Wer anbeißt, ist selbst schuld. Die globale Anerkennung solcher Abschlüsse setzt voraus, dass die Anerkennungsstellen Analphabeten und von schönen Urkunden beeindruckt sind.  

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Datumsverlust über dem Atlantik

Computer sind dumm. Sie verlangen beispielsweise eine Eingabe, selbst wenn sie sinnlos ist. Menschen sind nicht so dumm.

Dennoch findet sich oft eine Null im Datum, wo sie nicht hingehört, selbst wenn es von einem Menschen geschrieben und nicht von einem Rechner ausgespuckt wurde: 01.01.10.

Sagt jemand wirklich null eins null eins zehn?

Schlimm und unmenschlich, doch ungefährlich. Gefährlich wird das Zahlenspiel, wenn ein Datum den Atlantik überquert.  Was bedeutet denn 3.6.10?

In Deutschland meist der 3. Juni 2010 - oder 1910.  In den USA mit hoher Wahrscheinlichkeit 6. März 2010 oder 1910, wenn nicht die Zahlenfolge aus technischen Gründen verdreht ist und daher der 10. Juni 2003 beabsichtigt ist.

Nicht nur bei Fristen kann das fatal sein. Zum Glück wird der Mensch bei Zahlen ab 12 zum Denken gezwungen. Man kann dann auf der anderen Atlantikseite erahnen, wann Tag, wann Monat und wann das Jahr gemeint sind.

Fazit: Monate am besten ausschreiben. Jahre ausschreiben.

Und Mensch bleiben und überflüssige Nullen weglassen.

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Internationales Ausbildungsrecht: Der billige Dr. aus den USA

Internationales Ausbildungsrecht? Darauf sind wir nicht spezialisiert. Worum geht es denn?

In Deutschland bis kurz vorm Examen studiert; verarmt; abgebrochen; zur US-Online-Uni gewechselt. Da gab's den Abschluss zu gleichen Studiengebühren wie in Deutschland, aber online.

Ihr Problem? Jetzt heißt es, in Deutschland sei die Verwendung der amerikanischen Uniabschlüsse und Titel strafbar.

Wundert mich nicht. Für 700 Dollar einen Dr. unter Anrechnung der Studien in Deutschland. Für etwas mehr noch den Master nach Anrechnung der Vorarbeit. Alles ohne Examina in den USA? Ja, alles wurde ja geprüft; dann gab es die Credits und damit die Abschlüsse und Titel.

Ja, aber! Ich habe doch die üblichen Studiengebühren bezahlt! Die Uni hat mir auch bescheinigt, dass ihre Abschlüsse international gelten.

OK. Internationales Ausbildungsrecht machen wir immer noch nicht. Aber wir wissen: Amerikanische Studiengebühren liegen oft bei 30.000 bis 50.000 Dollar pro Jahr. Billige Colleges und Unis verlangen vielleicht 20.000 - die Ausbildung muss dabei nicht schlechter sein. Jeder kann den Preis selbst bestimmen.

Und jeder kann eine Uni gründen! Was der Abschluss wert ist, zeigt der Markt. Den Marktwert beeinflusst unter anderem die Akkreditierung. Wie und wo ist Ihre Uni denn akkreditiert? Forschen Sie in diese Richtung weiter.

Einen Dr. für ein paar 1000 Dollar kann Ihnen jeder verkaufen. Dass das nach Betrug stinkt, sollte jeder Akademiker wissen. Goldsiegel kosten ein paar Dollar. Das Siegelgerät etwa 40 Dollar. Rotes Wachs, Büttenpapier und Rahmen gibt es in jedem Hobbyladen. Warum sollte das schöne Zertifikat in Deutschland mehr Achtung als in den USA genießen?

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Sonnenklar: DMCA erlaubt iPhone-Entdrosselung

Wer den DMCA lesen kann, konnte das am 26. Juli 2010 verkündete Ergebnis zum Thema

  • Rulemaking on Exemptions from Prohibition on Circumvention of Technological Measures that Control Access to Copyrighted Works

vorhersagen:

  • Statement of the Librarian of Congress on the Anticircumvention Rulemaking: Text
  • Determination of the Librarian of Congress and Text of the Regulation (to be published in Federal Register Tuesday, July 27): PDF
  • The Recommendation of the Register of Copyrights: PDF

 

Die Entdrosselung des iPhone bleibt legal - der Begriff Jailbreaking klingt noch falscher als je zuvor. Das iPhone zu verändern, um es kompatibel für andere Netze und Softwareanbieterdienste zu machen, bleibt legal.   

Auch zur Verwandlung von Musik, Video, Texten und anderen Werken hat das Urheberrechtsamt als für die Beurteilung der Anwendbarkeit des Digital Millennium Copyright Acts zuständige Stelle ein paar klarstellende Worte gesagt.

Geistige Eigentumsrechte sind und bleiben legale Monopole - und Monopole dürfen nur in engen, gesetzlich festgelegten Grenzen genutzt werden. Das ist rechtlich sonnenklar. Warum dann die Augenwischerei vieler Politiker und Rechtevertriebler?

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Das Grill- und Nachtruherecht in den USA

Grillen, Dünste und Nachtruhe finden bei Nachbarn und Juristen erhebliche Aufmerk­samkeit - in Deutschland. Selbst Fachaufsätze und Zeitungen widmen sich ausgiebig den Themen.

Ist es in den USA anders? Klagen kann man sich kaum leisten; Rechtschutz­versicherungen gibt es nicht. Ergo gibt es vielleicht Streit unter Nachbarn, aber kein umfang­reiches Rechts­material, an dem sich Juristen und Medien hochhangeln können. 

Den Ärger schluckt man runter - oder man feiert mit. Im Raum Washington ist es meist ohnehin so heiß, dass man den schwitzenden Griller im Garten eher bedauert. Die Fenster sind geschlossen. AC sorgt im Haus für frische atmenswerte Luft. Die Dünste sind eher die eigenen. Auch sie werden gefiltert.

Und die Nachtruhe? Wenn die Nachbarin um 4 Uhr früh mit ihrem Wii Karaoke übt? Der Gegenüber am Sonntagmorgen um 6 Uhr den Rasenmäher oder Blätterbläser anwirft?

Vielleicht bestimmt eine Hausordnung etwas. Oder die Satzung eines Häuserblocks verbietet die Störung. In stark reglementierten Neubaugegenden soll sogar der Verstoß gegen Flaggenverbote und durch falsch bemalte Briefkästen gerügt worden sein.

Solche punktuellen Regelungen - so bös und überraschend sie auch wirken mögen - führen jedoch nicht zu allgemein gültigen Erkenntnissen.

Wer Ärger befürchtet, lädt ein. Wer sich nicht ägern will, gesellt sich hinzu. Die Karaoke-Nachbarin könnte das allerdings missverstehen. Da bleibt nur der Schuss mit dem AK-47 durch die Decke oder Tür. Der Supreme Court gibt ja neuerdings jedem einen Waffenschein.

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Neu in Washington? Der Fashion Faux Pas

Washington kleidet sich konservativ. Darin ist man sich einig. Jede Minute könnte ein Botschafter, Senator, Minister oder CEO im Büro erscheinen. Deshalb bleibt man auch am Casual Friday vorsichtig.

Wer neu in Washington eintrifft, rechnet nicht damit - erst recht nicht ein Ausländer. Superkurze Mini-Jeans in einer Washingtoner Auslandsvertretung erinnern Amerikaner an straffreie Prostitution in Las Vegas, nicht an eine lockere Büroatmosphäre.

Wer ohne Jacket - als Mann oder Frau - zum Metro Club eingelassen und in einen Nebenraum geführt wird, kann die nächste Einladung vergessen, gleich wie herzlich das Luncheon verläuft.

Schon als Praktikantinnen zerbrechen sich Amerikanerinnen den Kopf, wie sie den Big Fashion Faux Pas vermeiden - und wie man andere diskret und unverletzend auf einen vermeidbaren Verstoß gegen die meist ungeschriebene Kleiderordnung hinweist.

Was Frauen bei Corporette als Problem erkennen und ausgiebig erörtern, trifft jedoch auch Männer. Ihre Uniform besteht aus dem fast immer dunklen, niemals karierten Anzug samt passender Krawatte, einfarbigem Hemd und festen Schuhen. Einstecktücher und Manschettenknöpfe passen nur, wenn sich jemand partout als schwul outen will. Das wirkt in Washington jedoch alt, weil seit Jahrzehnten ganze Stadtteile dazu Gelegenheit bieten.

Der schwülheiße Sommer stellt Männer wie Frauen vor besondere Herausforderungen. Bequem ist niemand den ganzen Tag - bei Hitze auf der Straße und bei eisiger Kälte in Büro oder Restaurant. Viele ziehen sich während des Tages um. Männer dürfen hellere Anzüge tragen. Früher waren es nur blau-weiß-gestreifte Seersucker, heute ist mehr erlaubt. Selbst eine Sakkokombination kann in manchen Firmen durchgehen.

Als Ausländer darf man auf Toleranz hoffen, doch nicht damit rechnen. Ein wenig schräge Vögel sind sie ja, vor allem die Europäer, signalisieren die Amerikaner. Solange sie es nicht übertreiben, nehmen sie auch an einer extravaganten Brille oder einer Männerhandtasche nicht allzu sehr Anstoß.

Nur werden ihre Träger nicht ganz ernst genommen.

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